PIWIs – pilzwiderstandsfähige Reben

Weinbau

PIWIs – pilzwiderstandsfähige Reben


PIWI (PIlzWIderstandsfähigsteht im Weinbau für Rebsorten mit besonderer Widerstandskraft gegen gängige Rebschädlinge, insbesondere echten und falschen Mehltau. Sie entstehen durch klassische Kreuzung aus amerikanischen und asiatischen Wildreben, die eine natürliche Resistenz besitzen mit der europäischen Weinrebe (Vitis Vinifera), die für hohe Weinqualitäten steht. So können Winzer den Pflanzenschutz auf ein Minimum reduzieren und ökologische Vorteile mit einem innovativen Weinstil kombinieren.

Züchtung von PIWIs
Bereits vor etwa 150 Jahren wurden in Frankreich Rebsorten mit amerikanischen Wildarten gekreuzt und in hohem Maße angebaut. Allerdings verschwanden sie bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts fast vollständig wieder. Die Züchtung einer neuen Rebsorte ist eine Generationenaufgabe und dauert von der eigentlichen Kreuzung bis zur Zulassung etwa 25 bis 30 Jahre. Inzwischen steht nicht nur mehr die Pflanzengesundheit im Vordergrund, sondern auch vielfältige andere weinbauliche Vorteile, die gezielt selektioniert werden.

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Welche Vorteile ergeben sich für den/die Winzer/in durch den Anbau?

Die Reduzierung der Pflanzenschutzmaßnahmen um bis zu 80% hat viele Vorteile für Mensch und Umwelt. Darüber hinaus können durch weniger Überfahrten im Weinberg zusätzlich der CO2-Ausstoß und Bodenverdichtungen verringert werden. Für die Weinerzeuger/innen bedeutet das zusammenfassend sowohl eine Kostenersparnis als auch ein Gewinn an Zeit, die ganz unterschiedlich und individuell genutzt werden kann.

Welche Vorteile ergeben sich dadurch für den/die Verbraucher/in?
Als Konsument/in unterstützt man vor allem eine nachhaltige und umweltschonende Wirtschaftsweise der Winzer. Gleichzeitig öffnen sich neue Wege, um den Herausforderungen des stetig zunehmenden Klimawandels entgegen zu treten und zur Erhaltung von Steil- und Terrassenlagen beizutragen. Außerdem eröffnen sich dem/der Verbraucher/in eine ungeahnte Genussvielfalt und völlig neue und innovative Weinstile.

Wie ist der aktuelle Anteil in Deutschland?
In Deutschland werden aktuell nur knapp 3 Prozent der angebauten Weinflächen mit PIWIs bepflanzt. Vor allem Bio-Betriebe setzen vermehrt auf den Anbau von PIWIs.


Die häufigsten PIWI Sorten

Mit jedem Jahr wächst in Deutschland auch die Anbaufläche von pilzwiderstandsfähigen Rebsorten. Zu den PIWIs zählen Cabernet Blanc, Solaris, Souvignier Gris, Muscaris und Regent. Weitere Sorten sind: Cabernet Cortis, Calardis Blanc, Laurot, Satin Noir und Sauvignac.

Cabernet Blanc

Anbaufläche: 203 ha
Kreuzung: Cabernet Sauvignon x Resistenzpartner
Genuss: Komplexe, würzige und extraktreiche Weine mit Aromen von grüner Paprika, schwarzer Johannisbeere, Stachelbeere, Zitrusfrüchten, Aprikose und Apfel. Erinnert an Sauvignon Blanc.

Solaris

Anbaufläche: 190 ha
Kreuzung: Merzlingx Gm7493
Genuss: Fruchtige und duftige Weine mit Aromen von Quitte, Mirabelle, Mandel und Karamell. Häufig wird Solaris für Federweißer oder Süßweine verwendet, die trockenen Weißweine haben einen südländischen Charakter.

Souvignier Gris

Anbaufläche: 91 ha
Kreuzung: Seyval blanc x Zähringer
Genuss: Kräftig-stoffige Weine mit Aromen Honigmelone, Aprikosenkonfitund Quittensaft. Erinnert mit seinem cremigen Schmelz oft an Weiß-und Grauburgunder.

Muscaris

Anbaufläche: 88 ha
Kreuzung: Solaris x Gelber Muskateller
Genuss: Schlanke bis kräftig-stoffige Weine mit einer animierenden Säure und dem Bukett eines Muskatellers. Das würzige Muskataroma und die floralen Noten begeistern Liebhaber von aromatischen Weinen und sind sowohl als Dessertweine als auch als Begleiter für asiatische Küche geeignet.

Regent

Anbaufläche: 1.722 ha
Kreuzung: Silvaner x Müller-Thurgau x Chambourcin
Genuss: Tiefrote, farbkräftige und gerbstoffbetonte Weine mit Aromen von Kirschen, Zwetschgen und roten Beeren. Häufig auch im Holz oder als Rosé ausgebaut. Hochwertige Regent-Weine profitieren enorm von einigen Jahren Flaschenreife.

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Cabernet Cortis

Anbaufläche: k.A.
Kreuzung: Cabernet Sauvignon x Solaris
Genuss: Tiefrote bis violette Weine mit Aromen von frisch gemahlenem Pfeffer und Cassis. Sehr geschätzt von Fans francophiler Rotweinstilen aus kühleren Weinbauregionen.

Calardis Blanc

Anbaufläche: k.A.
Kreuzung: Calardis Musqué x Seyve Villard
Genuss: Feine Aromen von Maracuja und Apfel mit einem würzigen Bukett und spritziger Säure. Der Wein erinnert an einen expressiven Rivaner und begeistert als leichter Sommerwein oder als spritziger Perlwein.

Laurot

Anbaufläche: 5 ha
Kreuzung: Merlot x Seibel x Blaufränkisch x St. Laurent
Genuss: Tiefdunkle Weine mit würzigen Aromen von Waldbeeren und feiner Tanninstruktur. Erinnert an Merlot und St. Laurent.

Satin Noir

Anbaufläche: 24 ha
Kreuzung: Cabernet Sauvignon x Resistenzpartner
Genuss: Tiefrote, dichte Weine mit Aromen von reifen schwarzen Brombeeren und Johannisbeeren, schwarzem Pfeffer und dunkler Schokolade mit ledrigen und rauchigen Noten. Ein mediterraner Weintyp mit einem warmen Flair von Cabernet Sauvignon oder Cabernet Franc.

Sauvignac

Anbaufläche: 77 ha
Kreuzung: Sauvignon Blanc x Riesling x Resistenzpartner
Genuss: Ein aromatischer Weißwein mit feinen Aromen von Maracuja, Aprikose und Apfel. Sauvignac erinnert sowohl an die Eleganz eines Rieslings mit einem Hauch Limone oder an eine ausdrucksstarke Scheurebe mit Aromen von schwarzer Johannisbeere.